Teil eines Werkes 
4. Band (1835) Der Nabob
Entstehung
Einzelbild herunterladen

3 348

O ihr Augen klar und helle,

Als ob ihr doch nie geweint,

Friſcherquickt im Liebequelle,

O mein Freund, mein Freund, mein Freund! Dort in jener gold'nen Helle

Bin ich bald mit dir vereint!

und in dieſer ſchoͤnen Zelle

Ruh' ich ſanft bei meinem Freund.

Galate weinte geruͤhrt und betroffen. Der Toch⸗ ter Zuſtand obgleich nicht der rechte weil er ſie von dem gewohnten Leben der Menſchen entfernte erſchien ihr doch glucklich fur ſie, die Ungluͤckliche, von der Gewalt unſchuldiger Liebe zwar in ein eigenes Ge⸗ ſchick gefuhrt; aber er erſchien ihr noch immer natur⸗ lich, noch menſchlich, ja ſchoͤn und ergreifend. Die Horenden verſannen ſich in Gedanken an die wunderfa⸗ me Kraft des magiſchen Netzes, das der Juͤngling uͤber Liddy gezaubert, die wie jene Menſchen, welche nach Sonnenuntergang nicht mehr ſehen, jett gleichſam auch nichts Anderes mehr ſah, als was noch ſeinen ſtillen Nachglanz trug, und Galate ſelber ſprach, an ſich gedenkend, zu Polydor, um ihn abzumahnen von dem Verſuche, Liddy's Zuſtand zu aͤndern:

Wem eben des Lebens Strom gefloſſen, Der hat nicht das irdiſche Gluͤck genoſſen,

Der hat nicht durchwandelt die ſeligen Tiefen, Die in ihm dämmerten, um ihn ſchliefen.