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mel und ſann einen Augenblick, ſie erroͤthete heiß, und mit Haſt ſprang ſie an die Thuͤr, und klopfte und ruͤttelte— und es droͤhnte darin— und ſie neigte ſich mit der Stirn auf die kalte vergoldete Hand des Druͤk⸗ kers und athmete kaum.
Polydor holte die Schluͤſſel.
Indeſſen weinte ſie bitterlich und ſchluchzte laut. Aber mit dem Gedanken an die Vergangenheit kam ein Neues, jetzt ihr Neues, ein Gewaltiges und gewaltig Beherrſchendes ernſt und feierlich uber ſie. Sie trock⸗ nete ihre Augen, und ſah ſelber Polydor recht ruhig und freundlich an. Sie ließ ihn aufſchließen, und trat nach einer Weile erſt langſam, ja leiſe zoͤgernd ein. Vielleicht daß ohne Zeugen ihr Benehmen ein anderes geweſen. Aber mit der gleichguͤltigſten Miene von der Welt, in der keine Neugier, kein Drang, keine Trauer, keine Reigung erſchien, blieb ſie mit gepreßten Lippen und angehaltenem Athem, nur mit grfalteten Haͤnden — vor dem ſo lange, langet ſo geduldig harrend, ſo freundlich laͤchelnd Schlummernden ſtehen. Ein leiſes Zittern üͤberlief ihre Geſtalt. Polydor konnte ſie nicht genug betrachten, bewundern! Sie nicht genug den ſchoͤnen Juͤngling, den ſie jetzt wie zum erſten Male ſah, denn ſie ſah ihn liebend, ſie ſah den Liebenden, ſie empfand ſich als die Geliebte— als ſeine Geliebte! und ſie hielt die flache Hand uͤber die Augen, ſie ver⸗ quollen ihr in Thränen, und ſie ward blaß wie Schnee, und alles Blut, alle Waͤrme floh nach dem Herzen.


