Teil eines Werkes 
4. Band (1835) Der Nabob
Entstehung
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Aber er erſtaunte, als er am Pfingſttage fruͤh ein anderes kleines Blatt daran geheftet fand, worauf tie⸗ fen Gefuͤhlen eine naive Wendung gegeben war, die wider Willen zum Lächeln zwang:

Hier hat ſie dich, du fremdes Kind, begraben,

Noch ſelbſt ein Kind im erſten ſel'gen Traum

und pflanzt' ein kleines Kreuz— ich ſtand am Baum, Mich an dem frommen Spiele fromm zu laben.

Nun bringt ſie dir des Fruͤhlings liebſte Gaben, Gern weilt ſie hier im neugeweih'ten Raum— Des Lebenden dort oben denkt ſie kaum— Sollſt du der ſchoͤnſten Augen Thraͤnen haben!

Da gilt's! Geliebt zu leben muß man ſterben!„ Das iſt der Lieke ſeligſtes Beſtreben: Als Sehnſucht in der ſchoͤnſten Seele leben!.

Mir mocht' ich auch die Seligkeit erwerben! Du nicht allein, geliebter Todter, du! O goͤnne mir ein Plaͤtzchen— ruͤcke zu!

Er brachte ihr das Sonnett. Sie ſah, ſie er⸗ kannte die Schrift, erſchrack, und frug ihn: Wo iſt er? Wo?— Und als Jener nur„Wer?“ entge⸗ genfrug, erroͤthete ſie zum zweiten Male, aber ſchon ernſter, und einen Blick in das Leben werfend, der ſich verduͤſterte, daß ſie betroffen ſchwieg— und las.

Eugen war da! Er umſchwebte ſie heimlich! Denn erſcheinen durfte der Schwerbeſchuldigte nicht.