Teil eines Werkes 
4. Band (1835) Der Nabob
Entstehung
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late bisher vernachlaͤſſigte Tochter hatte abholen wol⸗ len, aber wie zur Rache des Schickſals, oder um durch Schmerz der Mutter als ihr Kind zu erſcheinen— war das arme Maͤdchen geſtorben. Er kam ohne ſie, doppelt traurig, und nun doppelt froh, oder doch ge⸗ troͤſtet.„n 5

Am andern Abend ſpaͤt kam er an. Liddy ſchlief und vielleicht aus Furcht vor der Mutter— noch fe⸗ ſter. Er ließ ſie ſtill zu Bett bringen, und wie er zu Galate gehen wollte, kam ſie ſchon, ihn und die ver⸗ meinte Tochter zu begruͤßen. Er deutete ihr hin. Sie beleuchtete die Schlafende; ſie ſah ihn mit fragenden Augen an.„Liddy!“ ſprach er nur leiſe. Und als ihr das Herz wollte brechen vor freudigem Schreck, als ſie ſie wach kuͤſſen wollte, als er ſie entſchadigt ſah, vermocht' er es erſt ihr zu ſagen: ihre zweite Tochter koͤnne nie mehr kommen, weil ſie nicht mehr ſey. Da weinte Galate ihren Schmerz uͤber Liddy aus, die heimlich unter den Augenlidern hervor das Ungluͤck der Mutter beweinte und zu ſeufzen ſich furchtete. Und als die Mutter lange mit ihrem Geſicht an ihr verborgen gelegen, nannte ſie leiſe, und laut und lau⸗ ter der Schlafenden Namen, um ihre Augen geoffnet zu ſehen, um von den Lippen der Lebenden Troſt zu kuͤſſen, ſich wieder„Mutter“ nennen zu hören. Und außerdem vielleicht herber empfangen und ſtrenger ge⸗ halten, war Liddy nun gleich und ferner ihr theures Kind, ihre ſchoͤne einzige Tochter.

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