ſtehen! Ach Liddy floͤge in meine Arme, und riefe: Vater! Vater! Da haſt Du mich wieder!“
Jetzt fielen die Thraͤnen ihm von den geſenkten Augen, und ihm war, als riefe eine beklommene Stimme: Vater! Vater! Er ſah hin. Das Maͤd⸗ chen zitterte; ſie ſah ſich angſtvoll um. Sie wollte verſchweigen, denn von fern kam Eugen. Der Graf eilte hinuͤber; er beruͤhrte ſie raſch mit der Hand an der Schulter, er hob ihr das Kinn empor, ihr in's Geſicht zu ſehen— da ſank ſie in die Kniee, und von des Menſchen erſtem heiligen Drange hingeriſſen, von der reinſten, unvertilgbaren, unvergeßlichen Liebe uͤber⸗ waͤltigt, lispelte ſie ihm mit vergehender Stimme zu: mein Vater! Vater, da haſt Du mich wieder!
Er hob ſie jauchzend an ſeine Bruſt, ſie wand hre Arme um ſeinen Hals, ihr Geſicht verbergend, und als errette er ſeine Liddy aus dem Feuer, trug er ſie raſch in den Wagen, ſetzte ſich zu ihr, und be⸗ fahl dem Kutſcher davonzujagen, als habe vielleicht doch Jemand ein Recht oder Willen und Macht, ihm ſein Eigenthum, ſein wiedergefundenes Kleinod wieder zu entreißen— wie die Menſchen die Welt, das Schick⸗ ſal es ihm ſchon einmal entriſſen, und wie die leere ungekannte Ferne ſo lang es ihm vorenthalten.
Ob Liddy nun gleich in ſolchen reinen einfachen Umgebungen nur ein Kind an Gedanken und Gefuͤh⸗ len geblieben, ſo war ſie fuͤr ihre Jahre doch groß und ſchon gebildet zu nennen, ſelbſt gebildet an Herzen und
Schefers neue Nov. 1v.


