der. Sie verließ ihn nicht er konnte ſie nicht laſſen, nicht gehen heißen. Dann eilte er wieder, als habe er ein Kleinod an ſeiner Hand. So kamen ſie an den Bach, an die Bruͤcke, zuletzt in den Wald. Sie wur⸗ den muͤde, ſie ſetzten ſich endlich in eine hohle, von Hirten ausgebrannte Eiche, zu ruhen— ſie entſchlie⸗ fen, und am Morgen ſchien ſie die Sonne an. Kei⸗ nes geſtand um dem Anderen ſeine Furcht nach Hauſe zu kehren; die eigene Angſt verdrängte die Vorſtellung der fremden— ſie laſen Erdbeeren, Eines gab ſie dem Andern; ſo hatten Beide, und ohne ein Wort eilten ſie nun weiter, fort von da, wo man ihnen ſo weh ge⸗ than, und ihnen noch weher thun wollte. Und die Erde war gruͤn ſo fort, wo ſie gingen! Die Sonne kam mit! Die Voͤgel ſangen in jedem Gebuͤſch ſo frohlich! Alſo war nichts veraͤndert, nichts verloren, ja es ſchien ihnen jetzt erſt Alles gewonnen— ſie hatten ſich, ſie waren bei einander— mehr hatten ſie nie gewuͤnſcht.
Eugen hatte in Roſenheim oft von einem frommen Einſiedler gehoͤrt, den die Leute den Pater Anaſtaſius genannt, und auf einem Berge wohnte, der aus dem Dorfe ganz in der Ferne zu ſe⸗ hen war. Er hatte den ſtillen, ſchoͤnen, kindguten Mann ruͤhmen gehoͤrt, da er zuweilen unter die Men⸗ ſchen herabgeſtiegen— er wohnte in den Ruinen einer alten Burg; er hatte einen kleinen Garten, er war einſt ſelbſt in Jakob's Hauſe geweſen— dorthin,


