Teil eines Werkes 
3. Band (1832) Die Lebensversicherung
Entstehung
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duͤrfenden kleinen Geſchopf ſich ſcheiden mußte und der Welt es zuruͤckgeben, aus der er es eben empfangen.

Capra's kleine Tochter war ſo eben geſtorben, das wußt' er, und ihm und der einſamen Mutter ver⸗ traute er ſeine kleine Francesca an, die nun mit ihr in jenem prächtigen Bette, unter Laura's laͤchelnden Blicken ruhte.

Aber in ſpäteren Jahren erſt, als ſein Sohn Francesco geſtorben, als zu Venedig ein unerbitt⸗ liches Gericht aus Gelehrten ſich bildete, die alle ſeine Werke mit außerſter Strenge unterſuchten und dem

Greiſe aus ſeinen grauen Haaren beinahe den Lorbeer⸗

kranz geriſſen haͤtten, und ihn wirklich vor der Menge entſtellten der ihm zu leicht und zu reich, zu ein⸗ zig geſchenkt ſei worden; als ihm ſein ganzes fruͤheres Wirken, nach ruckwärts angeſehen, zugleich dadurch verleidet ward, indem jene Maͤnner, unwuͤrdig und unfaͤhig, das Schöne neidlos zu genießen, Zuthat zu jenemPetrarchiſta von Hercules Giovannini und jenem des Nicolo Franco ſammelten, als er aus Ueberdruß und Verkennung der Mitwelt die ſcho⸗ nen Werke in ſeiner Mutterſprache als Spiele ſeiner Jugend preis gab, und gleichfam in ſeine Lateiniſchen ſich fluͤchtete, und er der Nachwelt es uberlaſſen mußte, ſeine ganze Groͤße herzuſtellen, da war ſeine einzige Freude die ſchoͤn und herrlich herangewachſene Tochter Francesa. Er verheirathete ſie an Francesco di Broſſano von Mailand, den ſie gluͤcklich machte und gluͤcklich dadurch war. Und mehr kann ein Gott nicht verlangen von einem Weibe, mehr ein Vater nicht von der Tochter, in welcher Violante gleichſam erſt zum vollen Beſitz des Lebens kam. Sie war ein nur einfaches, aber treuts und frommes Weib, und ſein