Teil eines Werkes 
3. Band (1832) Die Lebensversicherung
Entstehung
Einzelbild herunterladen

bende Liebe, begehrt, ſchoͤn gefunden und kennen ge⸗ lernt, ohne die Kraft und das Vertrauen in ſeinem Herzen zu haben: des Weibes zweiten Theil, die Frucht ihres erſten, ja ihres ganzen Lebens, das Weib als Mutter mit ihren Kindern ſchoͤn und dich⸗ teriſch finden zu koͤnnen, in welchem die Liebe freilich nicht mehr ſelbſtſtaͤndig und rein, ſondern ange⸗ wandt erſcheint, ſich in tauſend kleine ſuͤße Geſchafte und Sorgen verbirgt, wie ein Fruͤhling in tauſend Blumen, und doch durch ſie erſt der wahre Fruͤhling iſt, zu dem Alles geſtrebt, was am Himmel und auf der Erde geſchah und was er ſelber gemeint.

Und dennoch hielt Francesco, wie aus des Him⸗ mels ſeligen, fernen Gefilden, den ſchoͤnſten Schatz des Lebens auf ſeinen Händen, gleichſam von den unſicht⸗ baren Goͤttern ihm dargebracht, unverdient und doch herrlich, wie einen unſchatzbaren Diamant, noch unge⸗ faßt, und zu dem ihm die Faſſung fehlte, der Ring, ihn zu tragen, daß er erſcheine in ſeinem ganzen und großen Werth an ihm gebuͤhrender Stelle. Er weinte Thraͤnen des Mitleids auf das Kind, und er empfand, es ſollten Freudenthraͤnen ſein! und was allen Men⸗ ſchen um ihn, welche im Kreiſe der Erde, begnuͤgt mit menſchlichen Dingen wohnend, nicht in Wolken ſich muͤſſig ſchwebend verloren die hoͤchſte Wonne gab, das hatte wenigſtens die Kraft, ihm die Sehnſuch⸗ nach dem Leben, und den erſten reinen, wahren Schmerz um ſeinen Verluſt zu entzuͤnden.

Aber es war nun ſo und nicht anders, und nicht zu ändern; das Kind war ſein, und er mußte des Kindes Vater ſein und bleiben; auch alſo. Und er ver⸗ ſtand die heilige Mahnung der Natur! er verſtand ſie ſo leidender, da er von dem Alles, zuerſt einer Mutter be⸗