und ſagte: Troͤſtet Euch, lieber Herr; Violante lebt, wenn das Euch oder Jemand, oder ihr ſelbſt ein Troſt iſt. Ich nur bin verwundet. Violante iſt nach dem Verluſte ihres Kindes, nach dem verſuchten Mord, der nur ihr gegolten und nicht mir, was mich uͤber meinen armen Morgagni troͤſtet, ganz erſchoͤpft, ganz entſagend, zu Güuſtina geeilt, um von ihr in das alte Stift von Monza zu gehen, und darin ſich vor der feindlichen, liebloſen Welt auf Lebenszeit zu begraben. Ihre kleine Tochter Francesca aber hat ein Hirte uns wiedergebracht— da ſeht ſie!
Arguſſoli nahm das Kind, das noch nicht lä⸗ che konnte, und ſchien es anzuſehen, aber er hatte die Augen dabei geſchloſſen, und er lächelte, ſein verlornes Gluͤck in der Seele ſich traͤumend. Violante bedurfte ſeines Schutzes nicht, den er fortan ihr zu gewaͤhren entſchloſſen geweſen, wenn Milano auch durch die ver⸗ fehlte Suͤhne der beleidigten Ehre nicht ſich befriedigt gefuͤhlt, wenn er noch gelebt. Aber die Bruͤder waren in jener ſelbigen Nacht aus Pavia vertrieben worden — Milano war in der Verwirrung des Kampfes im Thore gefallen— in derſelben Nacht hatte Gale⸗ azzo Visconti's verſteckte“ Parthei Boſſolaro in den
bereit gehaltenen eiſernen Kaͤfig geſperrt. Das Volk
belachte ihn nun; die Kinder brachten ihm allerhand Vogelfutter und ſangen und pfiffen ihm Lieder vor, und Pavia huldigte fruͤh Galeazzo.— Alalte hatte nur Kummer um Morgagni und verließ ſich auf die ſchnell,


