Teil eines Werkes 
3. Band (1832) Die Lebensversicherung
Entstehung
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zu verzeihen. Und im reinſten Genuſſe ſeines Selbſt lehnte er ſich betrachtend auf Milano's Schulter, aber ſeine Augen ſchwammen in Thränen.

Milano aber,der jenes Blätt Violante's ge⸗ funden, das ſie Arguſſoli ſtatt eines muͤndlich⸗un⸗ moͤglichen Bekenntniſſes gegeben, und das dieſer im erſten heftigen Kampfe der Seele nur leicht und haſtig im Buſen verwahrt und dann verloren hatte Mi⸗ lano, der nun um Alles wußte, gleich Arguſſoli, fluͤſterte ihm in's Ohr:Ich will Dir gerecht werden fur ſie! Ich biete Dir den Zweikampf an, mein Blut und Leben! Er druͤckte ihm dabei den Handſchuh in die Hand.

Aber Arguſſoli ſagte ihm eben ſo leiſe, ohne zu wiſſen, welche Wendung zur Rache dem Ehrgefuͤhl des beleidigten Bruders er gab:Wir ſind Maͤnner! Ich darf das ausſchlagen es wird wohl ein an⸗ deres Mittel geben, Alles auszugleichen! und meinte ein ſanftes.

Milano ergriff auf einmal, wie aus den Wol⸗ ken, die Hand Violante's, und fuͤhrte ſie auf ihr gimmer. Vorher ihr beſter Freund, war er nun, eben darum, ihr aͤrgſter Feind, weil er ſie gluͤcklich und hochgeehrt wiſſen wollte, wie Freundſchaft will und daſſelbige Blut. Und mit jener bewundernswer⸗ then Faſſung in wilder Leidenſchaft und im hochſten Zorn, die meiſt nur vornehmen Maͤnnern eigen iſt, weil ſie durch traurige Uebung ſie lernen muͤſſen und