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traurig bedurfen, hatte er ſchon uͤber der Tafel meiſt nur gelaͤchelt und beifällig darauf Violante's Eifer ge⸗ ſehen, um ſie zu erkennen und ſeiner Sache gewiß zu ſein.
Auch jetzt entſchloſſen, ihr noch nicht die ganze Schwere ſeines Zorns und ſeiner Rache zu zeigen, hielt er ihr nur das von ihr geſchriebene Blatt hin und fragte: ob ſie ſich damit gemeint?
Violante ſah nicht das zitternde Blatt an, ſon⸗ dern nur ihn mit zornigen Augen, zornig uͤber den unritterlich vermeinten Arguſſoli, den Verräther der Liebe! Sie ergriff und druͤckt' es zuſammen. Mila⸗ no laͤchelte.—„Ungluͤckliches thoͤriges Maͤd⸗ chen,“— verbeſſerte er ſich—„die Liebe des Dich⸗ ters iſt vino santo— heiliger Wein— von Parma, ſehr feurig, aber eine Vermiſchung mehrerer Ar⸗ ten, ſehr berauſchend, doch ohne Dauer. Wähnſt Du nun, Laura gleich zu ſtehen, ſie zu uͤbertreffen, als koͤnne man himmliſches Verdienſt der Tugend durch Erniedrigung erwerben! Die Nachwelt wird ſagen: Petrarka's Laura, wie ſie ſagen wird: Dante's Bea⸗ trice, Cino's Selvaggia, Boccaccio's Fiam⸗ metta— und nicht: Petrarka's Violante; und wenn auch er, und ſelbſt die Natur es geſagt und erfuͤllt hat, wie Du ſprichſt und wie ich— ſehe! Oder ſoll ich Dir die Freude machen, mein junges Blut, und Dir Francesco's ſchon zwolfjahrigen Sohn— Francesco— aus Verona von Rinaldo


