Teil eines Werkes 
3. Band (1832) Die Lebensversicherung
Entstehung
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ſinken, wo dem Menſchen Ruhm und Ehre, Ruhe und Gluͤck aus ganz andern Dingen kommt, als wor⸗ aus der Hohe und Reiche ſie ſchoͤpft und ſchoͤpfen zu moͤgen wähnt. Dieß Gefuͤhl klang ein noch dum⸗ pferes in ihr an: daß ſie in ihrer Liebe gegen Francesco nicht wahr geweſen, indem ſie ein armes, gutes Maͤdchen vorgeſtellt, ein ſchoͤnes, liebendes Kind — doch als ſolches empfand, und ſah ſie ſich noch vor Augen; nichts war gewiſſer als ihre Liebe, und Laͤcheln kam in ihr gluͤhendes Geſicht zuruͤck und Muth in ihr Herz, von nun an— von Morgen an of⸗ fen zu ſein, und Niemand, auch ſich ſelbſt nicht zu verlaͤugnen! So legte ſie das ſchwarze Stirnband uͤber die Augen an— und ſahe nicht mehr.

Ihr Bruder Milano und Arguſſoli traten ein, ſie zur Tafel zu holen. Wider des Liebenden Er⸗ wartung war Violante ſehr mild, ja weich geſtimmt gegen ihn, und ihre, von ihrem heißen Gefuͤhl wie geſchmolzene Stimme uͤbte einen Reiz, einen Zauber uͤber ihn aus, der ihn ganz willenlos und ſie zu ſeiner unumſchräͤnkten Beherrſcherin machte, die Alles, Alles von ihm fordern duͤrfe, ſelbſt ſeine Liebe! Denn es lag ein Bewegendes in der Stimme, in ihren ſeelen⸗ vollen Worten ein Sinn, die ihm das Herz befingen, den Muth ihm niederſchlugen, er wußte nicht wie!

Milano ſagte ihr leiſe einige ſtrenge Worte und ließ dann Beide allein.