Das Gaſtmahl.
Aus dem Pallaſte ihrer Bruͤder war jener heitere Geiſt gewichen, den das Bewußtſein ſichern Beſitzes und ruhiger Dauer hervorruft, wie die Lerche kommt, im eroͤffneten Jahre zu wohnen. Hier war er geflohen, wie eine Schwalbe vor der Entblaͤtterung der Bäume im Herbſte, vor den Stuͤrmen und Nebeln, der Faͤlte, dem Schnee und dem öden Schweigen. So empfin⸗ gen ſie auch die Brader ſchweigend; Milano kalt, Caſtellano druͤckte ihr nur die Hand, von dem Schickſal bewegt, was ſie Beide zum großen Theil durch ihre Schuld auch uͤber die Schweſter gebracht. Aber erſt als Violante, praͤchtig geſchmuͤckt, um in den Saal zu treten, ſich wieder im ruhigen Spiegel ihres vorigen Zimmers ſah, ergriff ſie Wehmuth, und ſie lehnte ſich hin und weinte. Thränen des Mitleids zuerſt; aber allmälig druͤckten ſie einen andern ſie durch⸗ wandelnden Schmerz aus, nun ſie bedachte: ſie koͤn⸗ ne in das gemeine buͤrgerliche Leben hinab⸗


