Teil eines Werkes 
3. Band (1832) Die Lebensversicherung
Entstehung
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wir, ich mochte ſagen, ewig, wie verſteinert, und un⸗ ſere Gedanken ſind nur alt, wie unſer Leib, den wir aus der Jugend durch die thoͤrig bekuͤmmerten Jahre getragen, bis in den Sorgenſtuhl, der weislich nur ſo heißt, unſer Schlaͤfſchen zu beſchönigen. Ach, ach! wir ſind nicht alt vom Alter, ſondern von der Jugend! O wenn es die Jugend begreifen konn⸗ te, wie ruhig ſie Alles, was ſie lockt und reizt, der⸗ einſt anſehen wird, als ſei es von Holz— wie hei⸗ lig, wie hoölzern ſie ſelber ſein wird, wie eine geſchnitzte Madonna, taub, blind, fuhllos bei allen Freuden und Leiden der Welt, immer mit wohlgemalten rothen Backen, mit ernſtem Weſen! o wenn ſie begreifen könnte, wie ohne Verdacht des Neides das aͤrgſte Wort uber unſere Lippen fließen darf, wie theuer bezahlte ſie nicht das Mittel, ſich alt zu machen, wenn es nicht ein Majeſtätsrecht des Himmels waͤre. O mein Kind— Violante, wollt' ich ſagen— denn waͤr' ich Deine Mutter, ſo glaub' ich, muͤßt ich jetzt weinen, wie ſie es wuͤrde, aber, Gott Lob! das bin ich nicht, und ich kann Dich ſchelten, Dich ſtrafen und kraͤnken, wie ſich's gebuͤhrt, und es thut mir wohl, daß ich Dir es thue und nicht eine Andere, oder gar Du thoͤrige Jungfrau— mir! Eine Mutter ſchliefe heut' nicht, ich aber kann ruhig zu Bette gehen! Gehe zu Bett, mein Kind, denn ſchlafen kannſt Du ſchon, das kann man immer, und Du ſchläfſt gewiſſermaßen a uf Lorbeern!— Ich will nur nicht erſt warm werden,