Teil eines Werkes 
3. Band (1832) Die Lebensversicherung
Entstehung
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beſtaunte ſie, aber beklagte ſie nicht. Sie ſchlug die Haͤnde zuſammen, knieete vor ihrem Heiligen hin und bat ihn: dem Himmel zu danken, daß er ſie vor einem Ungluͤck bewahrt, das ihr ſelber bevorgeſtanden, in das ſie desgleichen geſtuͤrzt waͤre, wenn ſie Violante gewe⸗ ſen! Dann erhob ſie ſich und ſprach zu ihr: Sonſt meinte ich auch ſchoͤn geweſen ſein iſt etwas, und ſchoͤn ſein iſt Alles fuͤr ein Weib— aber nun kom⸗ me noch Einer und tadle mir das Alter oder die Haͤß⸗ lichkeit! Ja, ich bin alt! ja, ich bin häßlich, gelobt ſei der Herr! Der eigene Leib einer Alten iſt der ſicher⸗ ſte Thurm gegen alle Verfuͤhrer und Seelenraͤuber; ein häßlich Geſicht bleibt ein Specificum gegen die Liebe der Andern und dadurch gegen unſer Lieben; denn kein Weib wird umſonſt erſt zur Thorin— den edlen Glau⸗ ben hab' ich zu meinem ganzen Geſchlechte, mich ſelbſt nicht ausgenommen, nein eingeſchloſſen und werth ge⸗ halten, wie ein Juwel!— Und wie ſtill, wie gemach⸗ lich ſind die Jahre des Alters, wie leicht ziehen wir durch ſie, ſo leicht, wie der Kamm durch die grauen, duͤnnen Haare; wie wahr wird unſer Gebet, wenn wir ſagen:„Fuͤhre uns nicht in Verſuchung;“ wie frei unſer Morgen- und Abendlied vom Zwiſchenſpiel arger Gedanken; wachen wir, ſo wachen wir als wir ſelbſt allein, und ſchlafen wir, ſo ſchlafen wir als wir ſelbſt allein, niemand mehr angehoͤrend im Traume, von keinem alten Gedanken geſtoͤrt. Denn das Le⸗ ben iſt immer jung, und erſt wenn wir alt ſind, ſind