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und ſah erſt lange, lange, immer laͤchelnder— dann freute er ſich, daß er wieder feurig und jung, wie ver⸗ klärt, ausſah. Zuletzt aber ſprach er bedenklich:„Es wäre mir aber doch lieb, meine Tochter, meine Toch⸗ ter, wenn Du nicht dein Leſen verlernt haͤtteſt! Ich habe Dir Wunderdinge vorzulegen! Wunderdinge, oder ganz natuͤrliche Dinge vom Koͤnig von Preußen; denn einem Gerechten iſt die Gerechtigkeit natuͤrlich! Er hat Deine ganze Fahrt— ins Gleis gebracht.*) Ach! geſchahen die gerechten Dinge doch ein Jahr fruͤ⸗ her! Aber Du biſt gewiß ſo gut, und nimmſt ſie dei⸗ ner Mutter mit! Die wird ſich herzlich freuen! Und auch deinem wahren Vater— ich meine den lieben Gott! Der wird ſich herzlich freuen! Denn ein gerech⸗ ter Koͤnig ſtellt mit einem Wort, vorſchauend und fuͤr⸗ ſorgend, tauſend Ungerechtigkeiten und Leiden ſeines Volkes ab, und der Nachbarn! Und das Andere, wor⸗ uͤber ſich ſelbſt kein Teufel freuen kann, und was ich in beſonderm Pagquet deinem nunmehrigen Väter mit⸗ ſchicken will, das wird der gute Vater abſtellen, wie er das abgeſtellt hat, woran ich ertrunken bin, aber ſo geſchickt, daß ich noch lebe! Mein Kind, das war eine Kunſt!—“
Was der Alte aber gemeint, das ward in den Zwi⸗ ſchentagen bis zu der Tochter Begraͤbniß kund. Schrift⸗
*) Der Leſer weiß, wie entſcheidend Hilda auf den Ent⸗ ſchluß bes Fürſten in Süden eingewirkt.


