Teil eines Werkes 
1. Band (1831) Der Unsterblichkeitstrank
Entstehung
Einzelbild herunterladen

gießer, Drucker, Alle waren in beſonderer Thatigkeit; und immer mit Thraͤnen in den Augen, half der arme Bräutigam dem Vater ſein Werk beſorgen. Als nun der zinnerne Sarg kam und aufgeſtellt war in der guten Stube, legte er ſtatt der Hobelſpaͤne oder Ma⸗ culatur, die ſechs Prachtbaͤnde von den Leiden der Zeit, und zwoͤlf Paquete voll ungerechter, die Seele verlaͤug⸗ nender Recenſionen, erkaufte Theaterberichte und Pro⸗ ben von allen Mißwuͤchſen des Literaturweſens und Unweſens des unvergleichlichen deutſchen Volkes aller Zungen, dicht gereiht in den Sarg. Die Paquete tru⸗ gen die Ueberſchrift, mit Dr. Brimmers Goldaufloͤſung gedruckt:

Ach Gott vom Himmel ſieh darein!

Als aber ſein Maͤdchen, weiß und ſchoͤn, einen weißen Roſenkranz im Haar, auf die himmelblauſeidene Decke gelegt war, und das muͤde theure Haupt auf das himmelblauſeidene Kiſſen, da gab ihr der Vater eine von Erz gegoſſene vergoldete Tafel unter den rechten Arm, darauf ſtand der dankbar⸗ftohe Brief an den himmliſchen Vater:

Friedrich Wilhelm der Dritte, König von Preu⸗ ßen, der Haupt⸗Erloͤſer des Vaterlandes von fremdem Druck, ſicherte auch in Gottes Deutſchland zuerſt die Rechte der Schrift⸗