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Die Straßen der Stadt waren ſchon Morgenſon⸗ nenhell, als der Wagen vor Herrn Warnkoͤnigs Hauſe hielt. Der Laden war auch ſchon auf. Wer aber her⸗ austrat, war der neue Beſitzer der Handlung, Maria Edler von Mannskopf. und wahrlich, ein edler junger Mann, der mit der groͤßten Schonung den Vater verlaſſen, und der Verſittlichung der Zeit folgend, ein neues Leben angefangen, daß er mit Gott und mit Hilda fortzufuͤhren beſchloſſen bis ans Ende. Die Altenburger Muhme hatte er ſich geneigt gemacht durch allerhand mitgebrachte Geſchenke, vor allem aber durch die liebevolle Guͤte gegen den alten Bruder. Er hatte ihr das Geld fuͤr ihr Ausgedinge wiederbezahlt, alle Schulden ihres Herrn Bruders vertreten, und natuͤrlicherweiſe verſprochen, den Vater und die Vater⸗ ſchweſter ſeiner, zur Braut ihm ſchon zugeſagten Hilda treu zu verpflegen, oder auf ſeinem erkauften Ritter⸗ gute, ganz in der Nähe der Stadt, wohnen zu laſſen. Alles, wie ſie Alle wollten.— So dachte er ſein Un⸗ recht gut zu machen— aus perſoͤnlichem Intereſſe, wie ſein Vater Mauskopf geſagt, aber im Grunde aus Liebe— wie er ſelbſt nicht ſagte, nur empfand. Und hatte der alte Vater Warnkoͤnig einen Vormund, ſei⸗ ner Geiſtesverwirrung wegen, ſo hatte Dieſer— un⸗ beleidigt und ohne Rache— noch eher in das Gluͤck ſeiner mit uͤberkommenen Tochter gewilligt.
Vor Hilda nur zagte Maria noch. Darum naͤherte er ſich jetzt langſam dem Wagen, furchtſam, ſich ihr


