— 46—
laſſen. Da raſſelte der Wagen⸗ Die Baroneſſe ordnete ſich, und ging dem Herrn und der Prinzeſſin Hilda entgegen. Es dauerte lange, ſehr lange, ehe ſie wie⸗ der kam, und ihte Warnkoͤnigin ins Tafelzimmer fuhrte. Hier mußte ſie ſich nach den erſten Verwunderungen von ihrem Bruder umarmen und kuͤſſen laſſen, um in der Rolle zu bleiben. Allein ſie empfand bei den Kuͤſ⸗ ſen nur, was ſie ihrer Freundin erſpart! Aber es ging nicht ohne Satyre ab, ohne den Hohn, der die Sunde immer trifſt. Denn den redlichen Unmuth, den der Sohn uͤber des Vaters jugendlichen Fehltritt empfand, verkehrte er lächelnd in die Worte:„Ein ge⸗ wiſſer Herr hat die Gelehrten uns ſchon zur Seite ge⸗ ſtellt, als unſere Vorarbeiter und Gehuͤlfen; aber nun wir ſehen, daß wir auch mit den Buchhaͤndlern ver⸗ wandt ſind in reiner Folge, nun muͤſſen wir unſern Verwandten ſchon ernſtlich vor unſern Nachdruckern“ ſchuͤtzen!“ Aber nachdenkend fuhr er fort: zum Gluͤck und zu unſerer Freude iſt der Preußiſche Legationsrath v. V. noch hier— man ſoll den Vertrag gegen den Nach⸗ druck mit ihm abſchließen! Der edle brave Mann ſoll Gluͤck und edle Freude haben! Ich bin ein ehrlicher Mann, und ich ſage: Er verdient das volle Zutrauen ſeines Herr! Er wird ihm Freude machen! Gerechtig⸗ keit macht Freude im Vaterlande.
Jetzt war es Zeit, an Hilda zu denken. Aber nur der nun auch gekommene Herr von Obenaus konnte Auskunft geben.„Sie ſitzt im Gefängnis!“ ſagte er


