Teil eines Werkes 
1. Band (1831) Der Unsterblichkeitstrank
Entstehung
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mich zum erſtenmal als deine Mutter, eine Fremde, eine Alte einſt nur einmal eine junge Thoͤrin, die ach, zeitlebens gebuͤßt, und jetzt vergeht!

Fräulein Schreckhorn, als Frau Warnkoͤnigin, wollte ſich wohl verſtellen, erſt ſagen, daß ihre Mut⸗ ter ja unter jenen Kreuzen ruhe! daß es eine ehr⸗ liche Bauerfrau geweſen! daß ſie erſtaune! Aber als ihre geſtorbene Freundin ſich hier bei der Mutter denkend, weinte ſie laut auf, und ſank dem Weibe an die ſchuldige, reuige Bruſt. Und als ſie beide lange an einander geweint, ſetzten ſie ſich auf, und die Baroneſſe, nicht meinend kaum morgen noch unter den Lebendigen zu ſein, entdeckte ihr heute, warum ſie ihre Emmeline, ſie, ihre einzige Tochter, verſtoßen.

Ihr Mann hatte ſie, als Geſandter, aus einem fremden Lande als ſeine Gemahlin mitgebracht, und ſelbſt dem Bruder des vorigen Herrn preſentirt, der das Land in deſſen Abweſenheit im Kriege admi⸗ niſtrirt. Sie hatte das Ungluͤck gehabt, ihn zu reizen; preſentiren iſt alſo gefaͤhrlicher, und erinnert von ſelbſt an preſent. Ihr Mann war wieder verſchickt worden weit, zum Schein nicht auf lange, dann aber laͤnger durch gemachte Verwickelungen, zuletzt durch Krankheit ein Jahr wohl feſtgehalten. Sie hatte nicht Muth gehabt, zu ihrem Verfolger zu ſagen:Gnaͤ⸗ digſter Herr, Gott iſt meines Lebens Herr, nicht Sie! viel mehr gilt mir ſein ewiges Geſetz und ſeine