ewige Liebe, als Ihre unſittliche, ungluͤcklich machende Leidenſchaft. Denn nur die Worte:„Gott und Tu⸗ gend, Unſchuld und Seelenadel“ vor einem Herrn aus⸗ zuſprechen, ſich auf ſie als den verſcheuchendſten Schutz zu berufen, ſei damals noch nicht Mode ge⸗ weſen; und tiefſte Deferenz vor den Haͤuptern der Menſchen ſei ihr ſo eingepraͤgt und anerzogen geweſen, daß ſie bloß:„Mann, Hofgeſprach, Entdeckung,“ und dergleichen gemeine weltliche elende Dinge zum Schutz genommen— die nicht hingereicht! und die weg⸗ geſchwatzt worden— indeß Gott, Tugend, Un⸗ ſchuld und Seelenadel ihre Richter geworden! Aber fuͤrchterliche! Sie habe das heimlich geborne Kind— eine Tochter— furchtbar gehaßt, ſo gehaßt, wie Schuld, Laſter, Satan— alles in einer Perſon
in ihr— dem kleinen, unſchuldigen, himmliſchen Mädchen! So verblendet, habe ſie es kaum ange⸗ ſehen— auf immer verſtoßen, in armer guter Leute
Haͤnde gegeben fern von ihr, die Leute reich gemacht, die es erziehen und gut verſorgen ſollten. Die ab⸗ ſcheuliche Tochter wieder holen, nur wiederſehen, ſei unmöglich geweſen. Bis ſie ihrem Manne einſt ent⸗ gegengereiſet— und die drei ſteinernen Kreuze geſehen! Der Brief von einem gewiſſen, es wohlmeinenden Schreckhorn— der heute auch hier ſei, und deſſen Sohn ſie ja kenne, da er ihr Hilda eingefuͤhrt— der Brief aber ſei in ihres Mannes Haͤnde gerathen — der kurz darauf als Sammler eines kleinen natur⸗


