— 406— erhobenem Gefuͤhle hinzu)„als daß Alle— Men⸗
ſchen(und auch die Buchhaͤndler ſind Menſchen) das
Menſchliche, und das iſt wohl das Recht, auf immer entbehren! Beſcheidnes, getroſtes Entſagen, voll Ver⸗ trauen auf Gottes Fuͤgung, brachte immer und uͤber⸗ all tauſendfaltige Fruͤchte. Darum danke ich tief.“
Sie verneigte ſich alſo gegen den Herrn ſehr be⸗ ſcheiden, doch feſt: mein Vater iſt nun ein Bettler — doch ich werd' ihn nicht ſehen: betteln gehn!“— Sie wollte in Thränen erſticken, es ſchnurte ihr die Kehle zu, doch ſie uͤberwand jede Schwaͤche, aber nicht die Krankheit, die ſie nichts klar mehr bedenken ließ, ſo daß ſie mit ſchlauem Lächeln ſagte;„ich habe um Verzeihung zu bitten— es iſt umgekehrt wie ich ſagte: Mein Vater hat Herrn Mauskopf ſein Deutſchland nachgedruckt! Dieſer hat ihn bei unſern Behoͤrden verklagt— und ich komme hierher um gnadige Fuͤr⸗ ſprache zu bitten, daß Herr Mauskopf die Klage zu⸗ ruͤck nimmt! denn unſere Gerichte ſind ſtreng— und ſie ſtoßen ihn aus, aus Rudolphs Garten!“
Herr von Obenaus wuͤthete innerlich uͤber die anſcheinende Frechheit. Aber der guͤtige Herr nahm einen Beutel mit Gold, die 200 Louisd'or fur das Pferdchen, und druͤckte ihn Hilda ſeitwaͤrts in die Haͤnde nur mit dem Wort;„ſo nehmen Sie wenig⸗ ſtens das, damit Ihr Vater die Strafe bezahlen kann. Denn Sie luͤgen wohl nicht?“— Dann wandte er ſich in die Thuͤr des Marſtalles„und ſah,
——


