Da ſie nun eher kam, als Prinzeſſin Hilda, ſo ſah ihr der wirkliche Herr, den ſie ſuchte, entgegen, und tadelte ſie, als ſie naͤher gekommen, daß ſie nicht in Reitkleidern— und ſo verkleidet, und ſo allein etſcheine, wie ein gemeines Fraäulein. Und als ſie ſich wiederholt verneigte, ſchalt er ihr unahſtaͤndiges Schelmenſpiel mit dem Vater— vor Leuten. Endlich aber erkannte er ſeinen Irrthum und bat ſie freundlich lächelnd um ihr Anbringen. Herr von Obenaus konnte den Herrn nicht etwas ohne ſich entſcheiden oder zuſagen laſſen, da er eine Fremde bei ihm ſah, und ſo trat er ſchweigend herzu. Auch die Prinzeſſin kam mit ihrer Oberhofmeiſterin; das Sardiniſche Pfbchen ward geſattelt hinaus gefuhrt, und ſo war die Auf⸗ merkſamkeit des Herrn getheilt.
Hilda hatte aber alles Sichecheitsgefih wieder — durch die bloße Gegenwart von Frauen. Im Geiſt ſah ſie eine ganze Oſtindiſche hochbedeutende Com⸗ pagnie— 400 Buchhaͤndler im Audienzſtall ſtehen, und an der Spitze derſelben ihren Vater, aber mit gefalteten Haͤnden! Die Altenburgiſche Tante nickte ihr zu, hier vor der rechten Schmiede zu reden, und geſtrkulirte ſogar drohend mit der geballten Hand; Freigangs kleiner Sohn biß vor ihr in ſeine Citrone, daß ſie faſt lachte und weinte; und auch die ſchoͤne Jungfrau, die Hoffnung, langſam an ihr voruͤber zum Grabe wallend, lächelte ſie an, daß ihr der Athem ſtockte. Sie nahm indeß aus dem blauen Umſchlag
Schefers neue Nov. 1. 26


