Teil eines Werkes 
1. Band (1831) Der Unsterblichkeitstrank
Entstehung
Einzelbild herunterladen

mehr— als meinen Vater.— Wo iſt Ihr Herr Vater? mein Herr! Zu ihm kam ich allein.“

Und voll Gehorſam der Liebe hielt er ſchon die zitternde Hand an der Klingelſchnur, um ihn zu rufen. Aber im Herzen bereit, Alles an ihr und ihrem Vater durch alle ſeine Mittel, ia durch ſich ſelbſt und ein reines liebendes Leben gut zu machen, was der Seine verſchuldet, konnt' er ſich nicht von dem Gedanken ſcheiden, ſie werde, ſie muͤſſe ihm noch verzeihen. „O Hilda,“ ſprach er kleinlaut,„wenn ich Sie nicht gewonnen: ſo iſt alles verloren! Das Gluͤck des Lebens iſt mir dahin, und das bloße Leben nur uͤbrig! Aber nicht das leere Leben nur— auch ein ſchmerzli⸗ ches und betruͤbtes. Denn vor der Geliebten will der Liebende rein daſtehen, ihrentwegen vor allen wollte ich tadellos und bieder leben fortan. So klaͤrte mich die Hoffnung, die jch in Ihren Augen geleſen! O Hilda! Und nun, nun ſoll ich buͤßen, daß mich die Gewohn⸗ heit des Lebens, Gehorſam gegen den Vater— Ihnen veraͤchtlich gemacht! Aber ich will ſo bleiben und leben, wie Sie mich nun geſchaffen! Denn Tau⸗ ſende haben einen boͤſen Weg zum Guten zu bereuen: aber es iſt beſſer, einen edlen Schmerz in der Bruſt zu tragen, indem wir nun beſſer ſind, als glucklich zu ſein, und es nicht zu verdienen. Vielleicht ruͤhrt Sie das noch, und ſehen Sie hier, wie aufrichtig ich es mit Ihnen meine!“

und ſomit gab er ihr ein Blatt Papier, und ſie