Teil eines Werkes 
1. Band (1831) Der Unsterblichkeitstrank
Entstehung
Einzelbild herunterladen

nur zu Silber oder Gold ihm den Sarg zu ſchenken! denn das iſt der Soͤhne erinnernde Pflicht.

Guter Sohn! ſprach Orhota, er wird ihn viel⸗ leicht beduͤrfen! U⸗Muen verbarg ſein Geſicht an der Mutter. So umarmt umarmend ftug ſie: Nun? noch Unmenſchlicheres?

Er hat von einem Armen, der Feuer angelegt hatte, und verbrannt werden ſollte die Schuld auf ſich genom⸗ men, als habe Er ſelbſt in dem Hauſe uͤbernachtet und es verwahrloſet. Er aber wußte, daß ihn nur Abſetzung als Strafe treffe— und jetzt die Strafe der Luge ge⸗ gen die Stufen des Thrones!

Und wer hat das verrathen? frug Orhota er⸗ weicht und milder; die Freude und der Dank des Er⸗ retteten? Davon ſagſt Du nichts!

Der Prieſter ertrug ihren durchdringenden Blick kaum.

Alſo Du!— Du alſo! fuhr Orhota fort, Du haſt Deinen eigenen Schwiegervater verrathen, weil er eurem Gezuͤcht befohlen zu heirathen!— ſich zu ver⸗ mehren wie Ottern und Schlangen! O, er fuͤrchtete täglich Rache dafuͤr! Davon ſagſt Du nichts? Und der Kaiſer hat jedem Prieſter nachgelaſſen: die Tochter aus jedem Hauſe zu fordern; ſelbſt aus den Reichſten und Vornehmſten— und Du haſt uns die unſere ge⸗ raubt; war das nicht Rache genug! Davon ſagſt Du nichts?

3—