Teil eines Werkes 
1. Band (1831) Der Unsterblichkeitstrank
Entstehung
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wollte ſich ſetzen, kaum fähig mehr ſich auftecht zu halten, aber ſie wollte vor dieſem Manne nicht klein erſcheinen, ſtützte ſich nachläſſig nur mit einem Finger auf den Tiſch, und frug nun näher: Darf man wiſſen, warum der Colao die ſchwere Feder tragt, die ihn das Haupt nicht beugen wird, hoff' ich! Was konnte ein Mann verbrechen, der am Spätabend noch juͤngſt aus ſeinem eigenen Garten ſchlich, weil er einen Dieb auf dem großen ſuͤßen Kaſtanienbaum, noch ſelber unbe⸗ merkt, bemerkte, damit der Dieb vor ihm nicht er⸗ ſchrecke und vielleicht einer Handvoll Früchte wegen, Schaden nehme! Was konnte Er verbrechen, der Nachta verirrt auf ſeinem Pferde im Reisfelde hielt, um fruh dem Beſitzer gerecht zu werden! Tauſend junge Maͤn⸗ ner erhalten jaͤhrlich, nach wohl in ihrem Fache beſtan⸗ dener Prufung, wichtige Aemter im himmliſchen Reiche, die alle Laſter, alle Leidenſchaften der Jugend mit in das Amt nehmen, und ihre Wuͤrde benutzen, ſie aus⸗ zubilden und zu beſchuͤtzen—— was hat der Colao verbrochen? frug ſie im Zorn.

Ich koͤnnte Dir es ſagen, mit Untecht gekränkte, wie ich ſehr: unglückliche, und barüm nur noch mehr verehrte Mutter meines Weibes, erwisbert? der Prie⸗ ſter im Herzen gluͤcklich über ihr empfundenes Elend, in Ton und Geberde aber mitleidsvoll. Nun— er hat die Gefangnen enklaſſen, ja was noch ſchlimmer iſt, er hat ſie wohl erziehen laſſen, wie für den Thronz er hat ſie vertauſcht mit ganz ahnlichen, täuſchenden Bildirn

Schefers neue Nos. 1. 3