ſucht ergeben, das heift mehr fuͤt unſere Nachkommen arbeiten, als fuͤr uns ſelbſt; es iſt unvernuͤnftig: das Gluͤck derſelben auf Koſten des unſeren zu erkaufen: ja wir thun ihnen Weh dadurch, wenn wir ſie uns vernuͤnftig vorſtellen und gut, wenn ſie uns wahrhaft lieben, wie wir ſie; denn Jeder, ſoll ſich ſelbſt das eigene Gluͤck nur durch maͤßige Sorge verſchaffen, nicht heftigen Wuͤnſchen ſich uͤberlaſſen, weil das, was wir als Gluͤck anſehen, aufhoͤrt es zu ſein, wenn es mit Unruhe, Unrecht, Widerwillen, Verwirrung begleitet iſt, und den Frieden der Seele noch ſo wenig ſtoͤrt! Orhota ſtand nach Sitte chineſiſcher Frauen, die nie einen Mann unterbrechen, aufmerkſam hoͤrend, und ihr Stolz und ihre Sicherheit vergingen allmaͤlig in Bangen und Scheu. Und der Prieſter fuhr fort, einen Schritt näher
tretend: Um Deines Knaben willen haſt Du Ehre und
Reichthum Deinem Manne, dem Colao, gewuͤnſcht— beſcheide Dich jetzt.——
Da er inne hielt, frug ſie gefaßt und ſtreng: Warum?
Weil er aufgehört hat Colao— erſter Rath des Kaiſers, Schöpfer am Borne der Ehren und Schätze zu ſein; ſchloß er mit feinem Lächeln. Er traͤgt die ſchwarze Feder zum Zeichen der Ungnade des Hiao⸗Ti!
Sie ehrt ihn! hoffe ich, ſprach Orhota ſtolz und doch verriethen die Thränen ihre Entruͤſtung; ſie


