getrockneten Thränen hinaus in die helle Mond⸗ nacht.
Bald darauf hoͤrten ſie dreimal den lang ausgehal⸗ tenen Ton eines in der Entfernung geblaſenen Hift⸗ hornes, den die Felſenwaͤnde dreimal wiederholten; dann war alles ſtill. Orhota, die Mutter der bei⸗ den Geſchwiſter kam nach Hauſe, empfand den Ge⸗ ruch der Speiſen im Zimmer, raͤucherte verdroſſen mit einem wenig Alveholz und fragte: Wem ſo ver⸗ ſchwenderiſch aufgetiſcht worden? Die Tochter Moliwha wußte es nicht; aber U⸗Muen ſagte ihr leiſe: des Vaters Schweſter werde kommen, und vor banger Erwartung ſei die Großmutter eingeſchlafen.
Des Colao Schweſter? fragte Orhota. Lamoe's Tochter, die ihr der Mann mit hinweggenommen?
U⸗Muen nickte bejahend.
Dann ſei mir der Himmel gnaͤdig! ſprach Orhota, mit lachendem Trotz. Eine Alte mehr im Hauſe, ſo gut, oder ſo ſchlimm wie zwei Schwiegermuͤtter! D wozu verdammt uns das Geſchick, uns die es aus dem Pallaſt in die Huͤtten der Menſchen ſtoßt!
Liebe Mutter, bat U⸗Muen, Du weißt ja, wie ſehr ich die Großmutter liebe, und weil ich, Dein Kind, es thue, mag es geſchehn. Du kannſt ja nun die Andere lieben und ehren, dann haben wir beide Je⸗ mand, Du und ich.
Du Schelm! ſprach Orhota. O wenn ich Dich nicht hätte! Aber weil ich Dich habe, ſei Alles gut!


