Teil eines Werkes 
1. Band (1831) Der Unsterblichkeitstrank
Entstehung
Einzelbild herunterladen

unthat, ja von dem Tode erretten kann; darum mein Sohn, ſtrebe nicht nach Gold oder Silber und an⸗ derem Beſitz! Dir ſei genug, was gute Menſchen froh begnuͤgt!

Das hat mich der Vater auch gelehrt! ſagte U⸗ Muen beſcheiden. und dabei iſt er geblieben, und bleibt dabei, auch nun wir reich ſein könnten mit Ehren, berichtete die Alte dem Ebenbild ihres Mannes, was ſie ſo gern ihm ſelbſt entdeckt. Aber mein Sohn ſpricht: Run kenne ich erſt die Noth der Menſchen, nun erſt muß

ich ſie lindern. Wer ein hohes Amt hat, und reich

wird oder geworden iſt, bleibt dem Volke verdaͤchtig, und mit Recht. Er hat nur Sinn zum Erwerben ja, zum Betruͤgen gehabt, nicht zum Dienen und Gutes thun in ſeinem Kreiſe. Der Hohe muß arm ſeyn⸗ will er redlich auch nur ſcheinen! Nun die Armuth truge ich, und die guten. Kinder ſo gern! ja ich habe oft daruͤber vor Freuden geweint, denn ich bin ſeine Mutter, und vor Freuden ſeines Vaters Semakuang habe ich mit zugleich geweint! Aber Orhota, ſein Weib, die Schweſter des Cho⸗Khan, der vor ſechs Monden als junger Gaſt von 24 Jahren in den Him⸗ mel gegangen ſie ertragt das nur ſchwer und mit Murren. Sie iſt die Pracht und Verſchwendung des Pallaſtes gewohnt, und als Belohnung dem reblichen Manne gegeben, ſoll ſie ſelber unbelohnt und faſt in Durftigkeit leben, ob ihr gleich nichts fehlt, was an⸗