Bluͤthe wie feſtgezaubert burch ſeine Kunſt, und jede Roſe an dem Stocke bluͤht ſchon drei ganzer Jahre! und jede Knospe iſt ſchon drei ganzer Jahre noch immer Knospe!
Das iſt nur dem kalten Fruͤhlingstage nachge⸗ macht! laͤchelte Semakuang.
Und dieß hier ſind weiße Veilchen mit Kelchen halb ſo groß und ganz ſo duftig wie weiße Lilien!
Das iſt ſchon beſſer; doch ſind ſie nur der Him⸗ melsgegend nachgemacht, die hier Großes verklei nert, dort Kleines vergroͤßert, entgegnete Jener.
Auch gehoͤrt er zu der Zahl der Schlafloſen, ſprach die Alte leiſer, der mit ſeiner Meiſter-Kunſt der Nacht den Schlaf abgekauft, nur ſchlaͤft, wenn er träͤumen will, und ſo das elende Leben der elenden Menſchen verlängert, wenn Wachen Leben iſt, aber nicht verbeſſert, denn ohne den Schlaf moͤcht' ich nicht loben und ohne den Schlaf nicht todt ſeyn. Ich moͤchte gern vergeſſen, Alles! und tief und ruhn!
Armes Weib! ſeufzte Semakuang; und U⸗Muen der gute Knabe, der ſtill im Schatten geſtanden, ſchmiegte ſich jetzt an die Großmutter, als ſie von ih⸗ rem Tode ſprach. Die liebliche Moliwha aber ſeuf⸗ zete auch, vielleicht uͤber den Mann ohne Schlaf.
Jetzt horchte die Alte, als vernehme ſie bekannte Tritte. Ach, es war nicht Fſchao-kong! ſeufzete ſie. Sonſt kommt er immer um die Stunde des Hundes(die Abendſtunde) aus dem Pallaſt, und zu


