Teil eines Werkes 
Fünfter Band (1825)
Entstehung
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Andere moͤgen von Liebe, Freiheit und Ruhm ſprechen; ich bin Chriſtin, und werde blos von der Hoffnung reden. Sie, die treue Gefaͤhrtin unſerer irdiſchen Wallfahrt, fliegt nicht wie das Gluͤck auf den Fittigen des verſtreichenden Augenblicks von dan⸗ nen, ſondern ſie ſchreitet vor uns her, und wenn auf der Erde ihre Herrſchaft aufhoͤrt, ſo uberliefert ſie uns den Himmel, wo uns geliebte Weſen erwar⸗ ten, die nicht mehr ſind; ihre Zukunft iſt die Ewig⸗ keit. Wir, die Streiter der Gerechtigkeit, wir muͤſ⸗ ſen ſelbſt noch im Visgeſchick unſer Loos ſegnen. Die Boͤſen moͤgen fuͤr einen Moment triumphiren, ihr Triumph iſt doch ohne Ruhm, und ihr Misgluͤck iſt ohne Hoffnung.

Don Ferdinand, deine Kindheit hat nicht das mütterliche Laͤcheln erblickt, deine Jugend lernte nicht den ſuͤßen Reiz der Heimat kennen, deine Regierung verſtrich in Grabesſtille In Grabesſtille? doch nein, die Seufzer der Unterdruͤckten peinigten ja dein Ohr. Du, der abwechſelnd der Sklave eines ruchloſen Hoͤflings, eines fremden Despolen, oder grauſamer Rathgeber, geweſen biſt, moͤge dein Herz ſich zum erſtenmal jezt der Freude oͤffnen. Das Va⸗ terland, dieſe zweite Mutter, ſtreckt dir freudetrun⸗ ken ihre Arme entgegen; ſiehe, wie ihre Stirn mit Epheu und Myrten umkraͤnzt iſt! Hoͤre jene Hym⸗ nen der Liebe; ach, gewiß leuchtet ſchon fuͤr dich das Gluͤck, da unſerem Auge die Hoffnung titn leuchtet.