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„Liebe, Freiheit und Ruhm, darf ich euch jezt wohl ſchon ſingen? Darf ich wohl ſchon das Gluͤck beſingen? kiebe, Freiheit und Ruhm, von nun an will ich blos fuͤr euch meine Laute ſtimmen. Die Sonne geht uͤber die Berge herauf, wie ein Koͤnig, der ſein weites Gebiet uͤberſchaut. Die erſehnte Barke reißt ſich vom jenſeitigen Geſtade los. Laßt uns von dannen eilen! hier dieſſeit hat meine Stimme noch einen klagenden Ton. Laßt uns von dannen eilen! druͤben werde ich von etwas beſſerem reden, als die Hoffnung iſt.“
In dieſem Augenblick landete der Faͤhrmann von Guipuzcoa in ſeinem langen ſchwarzen Rocke am dieſſeitigen franzoſiſchen Ufer. Die Spanier draͤng⸗ ten ſich alle auf einmal in das Fahrzeug, welches kaum die ungeduldige Menge faſſen konnte. Man ſtieß vom Ufer; der Ruf, es lebe der Koͤnig! erſcholl, dann trat eine tiefe Stille ein. Es war, als ob die raſch auf einander folgenden Ruderſchlaͤge das Herz der Verbannten beklemmten, und eine gemeinſame Ruͤhrung lockte Thraͤnen in ihre Augen„„ End⸗ lich hatten ſie den Fluß im Ruͤcken.
Man warf noch einmal einen Blick nach Frank⸗ reich zuruͤck, und Alonſo, ſeine Geliebte, und alle uͤbrigen betraten den Boden Spaniens. Die jenſei⸗ tige Bevoͤlkerung empfieng ſie mit Entzuͤcken. Fuͤr den begluͤckten Gemahl Maria's ward ein Triumph⸗ wagen bereitet, und er ſollte jezt mit der Heldin von Saragoſſa denſelben beſteigen. Da ſank das glor⸗* reiche Paar auf die Kniee; Pablo, Albonza und Don
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