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nicht ohne die Hoffnung unter dem Himmel ber Fremde erſtarren!“ „Lebe wohl, gaſtfreundliches Land, edles Frank⸗ reich, ein Volk von Verbannten begruͤßt dich! Sie, welche einſt gegen dich geſtritten, kamen, um unter dem Schutz deiner Waffen und deiner Geſetze ihr be⸗ drohtes Haupt zur Ruhe niederzulegen! Vaterland der Wiſſenſchaft und der Ehre, wie ſollteſt du nicht auch das Heiligthum jener Tochter der Tugend, jener Gefaͤhrtin der Muſen ſein, welche man die Freiheit nennt? Du leiteſt mit der Fackel in der Hand alle unſere Schritte auf unſerer Bahn, du belehreſt uns durch die Ruͤckerinnerung an deine Unfalle, ſo wie durch das Beiſpiel deines jetzigen Gluͤckszuſtandes. Ach, mochte ein ewiges Buͤndniß zwiſchen uns beſte⸗ hen! Spanien, das gleich dir dem Scepter eines Bourbons unterworfen, und von nun an frei, wie du, iſt, wird dereinſt vielleicht an Glanz und Gluͤck deine Nebenbuhlerin werden, fuͤr jezt indeß erkennt ſie dich fuͤr ihre altere Schweſter. Dein Koͤnig hat dich bereits gluͤcklich gemacht, der unſere verheißt uns ein gleiches.“ „Wer iſt doch jene maͤchtige Jungfrau, die vom Himmel auf mein Vaterland herniederſteigt? Ihr Arm iſt mit dem Schilde des Cid bewaffnet, ihre Stirn ſtralt von Ruhm, ihr Laͤcheln iſt ſanft wie das der Liebe, gleich der Heroldin des Tages gießt ſie Strome von Licht auf die Menſchen herab, und unter ihren Tritten ſprießen Blumen auf Tochter des Himmels, du nennſt dich die Freiheit, doch


