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von einander trennen, daß hier die Scheidegrenze ei⸗ nes zwiefachen Vaterlandes iſt.
Der Krieg hat die Bruͤcke, welche beide Ufer ver⸗ band, zerſtoͤrt, und der Friede hat ſie noch nicht wie⸗ der hergeſtellt. Die hier angelegte Faͤhre fuͤhrt die Reiſenden nur, ſo lange die Sonne am Horizonte ſteht, von einem ufer bis zum andern hinuͤber. Jezt aber war es gerade um die Stunde, wo das Nacht⸗ dunkel zu weichen anfaͤngt, ohne daß der Tag ſchon angebrochen waͤre. Ueber den Bergen leuchteten die erſten Schimmer des Morgenlichts und die am oͤſt⸗ lichen Himmel zerſtreuten, azurnen Woͤlkchen fiengen an ſich gluͤhend zu faͤrben; die koͤſtlichen Morgenluͤft⸗ chen erfriſchten bereits die Luft, in der Ferne ver⸗ nahm man das Gemurmel der Meereswogen, welche brandend am Geſtade erſtarben, und laͤngs der Bi⸗ daſſoa hinab erſcholl ein ganz anderes Getoͤn. Ganz
herbei, um die edeln Verbannten zu begruͤßen; Trom⸗
men ſangen mit, und auf dem franzoͤſiſchen Ufer druͤ⸗ ben auch noch Antonio, welchem Paquita ſeinen alten
die theure Heimat, in die er jezt kurz vor ſeinem Tode Erzbiſchof, auf den Arm Don Domingo's ſich leh⸗
Vaterland wiederfand, Pablo, der Tativaner, Al⸗ douza, die nicht mehr von ihrer Mutter in das ver⸗
Irun, ganz Fontarabia ſtroͤmte in Sonntagskleidern
peten ließen Nationallieder erklingen, tauſend Stim⸗
Vater daruͤber troͤſten half, daß er nun nicht mehr wieder heimkehrte, mit Augen erblicken konnte. Der
nend, Donna Leonor, deren Herz hier wie dort ein
heißene Land begleitet wurde, und die von ihrem


