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wo ſie als Verbannte gelebt und wo ſie das Gluck der Liebe genoſſen hatte. Doch kaum erſchien Alonſo in ſeiner Militäͤruniform, in ſeiner Schaͤrpe und in ſei⸗ nen Ordenszeichen, als ſie auch ſchon die innigſte Freude wieder empfand. Die Nationaltracht, die ſie nun ebenfalls wieder anlegte, ſchien zugleich ihr Frohgefuͤhl und ihre Schoͤnheit zu erhoͤhen. Beim Anblick eines ſolchen Ehepaars, das ſo ganz fuͤr einander geſchaffen zu ſein ſchien, erhob die verſam⸗ melte Menge ein lautes Freudengeſchrei, welches von dem Echo der umliegenden Berge bis ins Unendliche vervielfaͤltigt wurde. Die ſpaniſchen Landleute konn⸗ ten ſich an ihrer ſchoͤnen Gebieterin und an ihrem neuen Herrn gar nicht ſatt ſehen, und ſie begleiteten beide, indem ſie ſich ein Vergnuͤgen daraus machten, ſie mit dem Litel Markis und Markiſin von C*** zu begruͤßen. Alle Verbannten, die das Schickſal in dieſe Gegend zuſammengefuͤhrt hatte, der ganze Adel von Navarra und von Guipuzcva, welcher herbeige⸗ ſtroͤmt war, ſchloſſen ſich an den Zug an, worin ſich auch der Erzbiſchof, Bartolomeo, Fray Pablo und Don Eſtevan's Vater befanden. Man hätte es fuͤr einen Triumphzug halten koͤnnen, allein das Auge er⸗ blickte nirgends eine Spur von blutigen Trophaͤen. Wenn auch einige Frauen dabei Thraͤnen vergoſſen, ſo geſchah es blos vor Ruͤhrung und vor Freude⸗ Das Herz konnte an dieſer Freude theilnehmen, ohne zu furchten, daß anderswo Ungluckliche daruͤber ſeufz⸗ ten. Blos in Ainhoa herrſchte Trauer; die Ein⸗ wohner widmeten dem Abſchied ihrer bisherigen Gaͤſte


