Teil eines Werkes 
Fünfter Band (1825)
Entstehung
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286 wart einer Afranceſada. Da erfuhr er, daß ſie nicht mehr am Leben ſei, und ward davon tief betruͤbt. Die traurige Waiſe verbarg ihren Schmerz in dem entlegenen Kabinett, wo die Gitarre ihrer Freundin neben den muͤßigen Waffen ihres Gatten hieng. Vielleicht dachte ſie unter den Thraͤnen uͤber ihren erlittenen Verluſt auch daran, daß der knftige Ge⸗ faͤhrte ihres Lebens nicht an ihrer Seite waͤre, um ihr Muth zuſprechen zu köͤnnen. Donna Leonor ver⸗ gaß uber der eifrigen Sorgfalt, womit ſie die Thraͤ⸗ nen der jungen Spanierin zu trocknen ſuchte, die Freude, die ſie uͤber das Wiederfinden Pablo's em⸗ pfand, und die Markiſin, die fortwaͤhrend beſchaͤf⸗ tigt war, Gutes zu ſtiften, ſuchte den Bartolomeo zu Gunſten Antonio's und Paquita's zu erweichen. Die reiche Verſorgung, welche ſie ihnen auf ihren großen Beſitzungen verſprach, vermochte den ſtolzen Aragonier nicht zu ruͤhren; doch der große Ruf des braven Enriquez, welcher blind und dem Grabe nahe ihn im Namen ſeines Sohnes anflehte, ferner die Bitten der Heldin von Saragoſſa, und vor allen die Ruͤckerinnerung an ſeine Gitana, die ja auch unter dem Himmel Andaluſiens geboren worden, beſiegten endlich ſeine Scheu, einen als Schwiegerſohn anzu⸗ nehmen, deſſen Gebluͤt vielleicht noch nicht von ganz probehaltiger Reinheit war, und Antonio durfte nun ſeine Heißgeliebte endlich in ſeine Arme ſchließen. Die Einwohner von Urdax ſtießen ein Freudengeſchrei aus, die von Ainhoa erinnerten ſich an die zaͤrtliche Romanze, die ſie neulich erſt von ihm vernommen,