Teil eines Werkes 
Fünfter Band (1825)
Entstehung
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zweiflung ſeines Bruders abgelenkt, in welchem er jezt, nachdem er fruͤher ſo lange ſein Gegner geweſen, einen Verbannungsgefaͤhrten wiedergefunden hatte. Er verſuchte den Fray Pablo wieder zur Beſinnung zuruͤckzurufen; dieſer hoͤrte auf ihn und ſah ihn an, erkannte ihn aber nicht.Ihr heißet Alonſo? fragte der Eremit.Ach, waret ihr nicht derjenige, deſſen beklagenswerthe Hartnaͤckigkeit unſerem Vater⸗ lande alle die Leiden verurſachte, der es einer ſechs⸗ jaͤhrigen Verwuͤſtung preisgab, um es ſpaͤter einem ſechs Jahre langen Despotismus preiszugeben, durch den die Cadixer Parthei dem uͤbrigen Spanien anar⸗ chiſche Geſetze vorzuſchreiben vermochte, durch den unſer Vater mitten in einem wuͤthenden Kriege den Tod fand?Ungluͤcklicher! erwiederte Alon⸗ ſo;halte ein! Was du die Cadixer Parthei nennſt, iſt Spanien ſelber, das dir verzeiht. Bei dieſen Worten ward der Einſiedler geruͤhrt, und ergriff die Hand ſeines Bruders.Komm, fuhr Alonſo fort,komm zu unſerer armen Mutter, die ſeit langen Jahren nicht mehr den Heerd verlaſſen hat, woran ihre Leiden ſie gefeſſelt halten. Sie wollten ſo eben aus der heiligen Behauſung hinaustreten, da ſperrte ihnen ein Hinderniß den Weg; vor ihnen lag die als Leiche hingeſtreckt, die ſie beide einſt geliebt hatten⸗ Pablo weihte ihr einige Thraͤnen, Alonſo bebte, neigte ſich auf den eiskalten Koͤrper herab und rieft Das war alſo der Ausgang einer ſtrafbaren Liebe! fuͤr ſie zwanzig Jahre voll Verzweiflung, fuͤr mich zwanzigjaͤhrige Verfolgungen und Gewiſſens⸗