mel empor wies. Matea ſah den Erzbiſchof an, gerieth in Verwirrung, und uͤberwaͤltigt durch die Majeſtaͤt ſeines Antlitzes, durch das Gewaltige in ſeinem Blick, durch das Gewicht ſeines gegen ſie aus⸗ geſtreckten Arms, durch jene Macht der Religion und der Tugend, die ſich in dem ehrwuͤrdigen Patriarchen gleichſam lebendig darzuſtellen ſchienen, ſank auf die Kniee und hob flehende Blicke zu ihm empor. Es war, als waͤre er ſelbſt der Weltrichter, deſſen Ur⸗ theilsſpruͤche ſein Mund hier ausſprechen wollte, als auf einmal Aldouza ſich zwiſchen den erhabenen Prie⸗ ſter und ihre Mutter ſtuͤrzte und rief:„Gnade, Gnade!“ Auch Maria flehte gleich ihr zu dem hei⸗ ligen Greiſe.„Nicht mich,“ ſagte dieſer zu Matea, welche ihr Haupt neigte,„nicht mich muͤßt ihr bitten. Ich bin blos hier auf der Erde, um Barmherzigkeit zu verkuͤnden. Aber da oben wohnt die ewige Ge⸗ rechtigkeit, welche blos der Gewiſſensbiß der Reue zu erweichen vermag.“
Matea blieb regungslos. Einige Momente ver⸗ ſtrichen, Aldouza rief ſie mit Namen, aber blos das Echo der umliegenden Hoͤhen beantwortete ihren Ruf. Man draͤngte ſich ſofort um die Graͤfin, man hob ſie auf; ihr Auge ſuchte jene Maria, die ſie ſo lange gehaßt, ſo lange verfolgt hatte.„Ich bereue alles!“ ſprach ſie darauf mit erloͤſchender Stimme, und ihre Augen ſchloſſen ſich auf ewig.
Die Markiſin ſuchte ſchnell ihre junge Freundin dieſer entſetzlichen Scene zu entreißen. Alonſo wurde von derſelben durch die Geiſtesverwirrung und Ver⸗
——FYY


