20 ſie auf dieſen einſamen Gebirgshoͤhen die geliebte Gebieterin wiedergefunden hatten, durch welche von nun an unfehlbar jener verabſcheute Sequeſtrator aus ſeiner furchtbaren Gewalt verdraͤngt werden mußte. Die meiſten derſelben bildeten einen Kreis um ein Kind, das vor der Kapelle mit einem großen Hunde ſpielte, ohne auf die Ehrerbietung zu achten, welche ihm alle dieſe Leute erwieſen. Es war ganz wie die Bearner Bauerknaben gekleidet. Sein blondes Haar fiel in großen Locken auf ſeine Schultern herab, ſein Auge war voll Geiſt und Anmuth, noch nie hatte ich ein ſo ſchoͤnes Geſicht und einen ſo ſeelenvollen Blick an einem Knaben geſehen. Die beiden Spanierinnen wurden durch den Anblick ebenfalls uͤberraſcht. Die aͤltere nahm und kuͤßte ihn; er ſtraͤubte ſich gegen ihre Liebkoſungen. Da rief ſie:„Schoͤnes Kind, du kannſt unmoͤglich der Sohn eines gemeinen Bas⸗ ken ſein. Wo biſt du denn her?“—„Ich bin
hier zu Hauſe,“ antwortete er, indem er fortzulau⸗
fen verſuchte;„aber ich bin ein Kaſtilianer von Ge⸗ burt.“—„Und wie heißt du denn?“—„Ma⸗ nuelito, nach dem Namen meiner Mama, die auch Maria de las Anguſtias heißt, ſeit heute fruͤh nennt man ſie aber auch Frau Markiſin.“—„Was ſagſt du da? und dein Vater?“—„Mamg heißt ihn immer Alma mia*) oder vielmehr Alonſo.
*) Meine Seele, mein Herz.


