275 Acte ihres Lebens durch ſeinen Seegen geweiht habe. „Ich war auch derjenige,“ fuhr er weiter fort, „der ſie mit einander vermaͤhlte. Alonſo, der als Mitglied der fruͤheren Regentſchaft ſich nicht ſowohl ſtrafbar als zu kuͤhn benommen hatte, war von den verbrecheriſchen Rathgebern unſeres jungen Koͤnigs nach dem Aufenthalt der Schande verwieſen worden. Vor ohngefaͤhr zweitauſend Jahren war ein heidni⸗ ſcher Held der Vorzeit auf eben derſelben Kuͤſte frei⸗ willig geſtorben; der edle Kaſtilianer dagegen wollte als chriſtlicher Held leben. Doch die dazu erfor⸗ derliche Standhaftigkeit war groß, und in dem Kampf aller ſeiner Gefuͤhle und Empfindungen, der kiebe, der Ehre, des Patriotismus, die hier alle auf gleiche Weiſe tief verletzt wurden, erſchoͤpften ſeine Kraͤfte ſich ſehr bald. Waͤhrend er nun einſt durch eine be⸗ ſondere Verguͤnſtigung Bartolomeo's, der damals eben Gefaͤngnißaufſeher war, fern von ſeinen unedeln Ungluͤcksgefaͤhrten einſam am Strande umher irrte, entfuͤhrte ein amerikaniſcher Korſar ihn wider ſeinen Willen dieſem ſchrecklichen Aufenthaltsorte. Durch einen Seeſturm ward er in die Gegend verſchlagen, wohin ich verbannt worden war. Um dieſelbe Zeit hatte die traurige Maria ihrer ſterbenden Mutter ſo eben die Augen zugedruͤckt, und ſie begab ſich nun von dem Dodtenbette der guten Aebtiſſin in meine einſame Wohnung zu dem Krankenbette hin, wo der Freund ihrer Kindheit fern von den Blicken ſeiner Feinde den lezten Reſt eines dahinſchwindenden Daſeins zubrach⸗ te, das durch Leiden des Koͤrpers und der Seele 8
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