Teil eines Werkes 
Fünfter Band (1825)
Entstehung
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276 völlig erſchoͤpft worden war. Ich wuͤnſchte, daß die Liebe, die ihr beiderſeitiges Leben begluckt hatte, durch ein heiliges Band geweiht wuͤrde. Allein die Markiſin war eine Grandin von Spanien. Alonſo wollte ſich nicht dazu verſtehen, durch eine ohne Ge⸗ nehmigung des Koͤnigs geſchloſſene Eheverbindung ſie mit in ſein Schickſal zu verwickeln, und vielleicht ſtraͤubte ſich ſelbſt noch in dieſen lezten Augenblicken ſein Stolz gegen den Gedanken, den Rang und die Beſitzungen ſeiner Ahnen einer Heirath, und nicht ſeinen geleiſteten Dienſten oder einer Ehrenbelohnung des Staats zu verdanken. Endlich ſchien die Leuchte ſeines Lebens dem Erloͤſchen nahe zu ſein. Donna Leonor konnte ihr Schluchzen nicht mehr unterdruͤcken, Maria hatte bereits zu weinen aufgehoͤrt, die eiskalte Hand Alonſo's wies nicht mehr die Hand ſeiner Freundin von ſich, und ſo ſprach ich denn uͤber dies edle Paar, deren Verbindung ja doch nur noch we⸗ nige Augenblicke dauern konnte, den kirchlichen Se⸗ gen aus.

Doch, o Allgewalt jener unaus ſprechlichen Nei⸗ gung, die ich in meiner friedlichen Kindheit mie ken⸗ nen zu lernen Gelegenheit hatte! der ſterbende Ehe⸗ gatte kehrte unter der Umarmung derjenigen, die er nun zu lieben berechtigt war, wieder zum Leben zu⸗ ruͤck, und beide flohen hierauf aus dem undankbaren Vaterlande, und uͤberließen mich wieder der tiefen Einſamkeit, in welcher ich ſo lange gelebt habe. ezt weiß ich, daß ſie in dieſer Gegend wohnen⸗

und ich eile zu ihnen. Don Alonſo iſt nunmehr