gehalten habe, die eine abgeſagte Feindin der Reli⸗ gion, des Vaterlands und des Koͤnigs ſei. Obwohl Sor Maria de los Dolores ſich ganz und gar der Liebe zu ihrem erwählten himmliſchen Seelenbraͤuti⸗ gam gewidmet hatte, und obwohl nie eine ſehn ſuͤch⸗ rige Ruͤckerinnerung an ihre fruͤheren Jahre die Ru⸗ he ihres Gewiſſens truͤbte, ſo fand dennoch die Be⸗ leidigung, daß man ſie mit der um zwanzig Jahr zuͤngeren Donna Matea verwechſelt hatte, ſehr leicht Gnade vor ihren Augen. Ja ſie war ſogar ſehr ge⸗ ruͤhrt uͤber die Geſinnungen der Religion und der Va⸗ terlandsliebe, welche Fortunato und ſeine Gattin be⸗ wogen haͤtten, die Abtruͤnnigkeit einer Afranceſada zu zuͤchtigen. Ungeachtet der Sonnenglut lief der
Raͤuberhauptmann mit abgezogenem Hut und blan⸗ kem Saͤbel neben dem Kutſchenſchlage her. Dieſe Ehrenbezeigung war in den Augen der Aebtiſſin ein Beweijs von löblichem Eifer, womit man ihre koͤnig⸗ liche Abkunft, ihre hohe Wuͤrde und ihre nicht min⸗ der hohen Tugenden zu ehren ſuchte, und ſie war ſehr erfreut uͤber die Ehrerbietung, welche ſie der Marga⸗ rita einfloͤßte. Dieſe Gattin Fortunato's war ganz uͤberraſcht, daß ſie an der Seite einer ſpaniſchen Grandin, einer Dame vom Marien Luiſen Orden Platz nohmen durfte, und hatte ganz ihre ſonſtige Keckheit abgelegt. Auf ihrem Geſicht wechſelte eine hohe Roͤthe von Zeit zu Zeit mit einer hohen Blaͤſſe, und dieſes Zeichen von Verſchaͤmtheit erhoͤhte ihre nakurlichen Reize, die durch Ausſchweifung und Schamloſigkeit ſeit ſo langer Zeit entweiht worden


