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Ich ließ mich indeß in den Aeußerungen meines Un⸗ willens nicht ſtoͤren, ſondern lehnte bitter den Vor⸗ wurf unſeres angeblichen Einverſtaͤndniſſes mit ei⸗ nem Feinde ab, deſſen Kriegsgluͤck ſeit vier Jahren blos durch unſere Waffen und Anſtrengungen ge⸗ hemmt worden war.—„Ein gutes Gewiſſen,“ erwiederte Don Iſidro,„laͤßt ſich nicht in Harniſch bringen. Sprechet ganz ruhig, wir werden euch eben ſo aufmerkſam zuhoͤren und wir ſind gern be⸗ reit, euch zu antworten, ja ſogar, euch alles zn glauben. Aber ſaget doch einmal, wie kommt es, daß ihr beſtaͤndig darauf hinarbeitet, alle ruchloſen Plaͤne des Thronanmaßers auszufuͤhren, die Dekre⸗ te von Chamartin zu vollſtrecken, und das umzu⸗ ſtuͤrzen, was Gott ſelber gegruͤndet hat, und was blos ein Robespierre und Mirabeau zu zerſtoͤren wa⸗ gen konnten? Iſt es nicht augenſcheinlich, daß ihr den Franzoſen die Muͤhe erſparen wollt, alle Ein⸗ richtungen unſerer Vorfahren mit der Sichel nie⸗ derzumaͤhen, und daß, ſobald es keine Inquiſition, keine Kloͤſter, keine Religion mehr geben wird, ihr das Reich dem Scepter Pepe's uͤberliefern und die Hand nach ſeinen Belohnungen ausſtrecken werdet.“
Ich ward hier aufgebracht; doch der Praͤlat fuhr
weiter fort:„Werdet nur nicht boͤſe. Ich glaube recht gern, daß es noch gar manche junge Maͤnner giebt, die ſo wie ihr eben keinen feſt entworfenen Plan zu verrathen haben; allein, offenherzig geſpro⸗ chen, Herr Herzog, da der Augenblick denn einmal da iſt, werdet ihr euch noch lange ſtraͤuben, eure


