Teil eines Werkes 
Fünfter Band (1825)
Entstehung
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indem ſie die Karte auf den Liſchteppich hinwarf; dergleichen Dhaten muͤſſen ja wohl Aufſehen in der Welt machen!Schlimme Nachrichten, fuͤg⸗ te Don Iſidro hinzu, pflanzen ſich immer ſehr ſchnell fort,Ja wohl, erwiederte ich;die Wahrheit geht immer den Schneckengang, die Ver⸗ leumdung dagegen hat Fluͤgel. Alle ſahen mich bei dieſen Worten voll Verwunderung an. eilige Mutter Gottes! rief die Aebtiſſin;ich glaube gar, er ſpricht von Verleumdung!Wie? vrief ich; ihr ſolltet alſo Herr Her⸗ zog, unterbrach mich jezt der Erzbiſchof,die kuͤr⸗ zeſten Taͤuſchungen ſind jedesmal die beſten. Ich habe es leider oft erfahren, daß, je laͤnger ihre Herr⸗ ſchaft dauert, das Losreißen von ihnen deſto mehr wehe thut. Ich konnte gar nicht begreifen, wie der ehrwuͤrdige Praͤlat, der ſeit ſo vielen Jah⸗ ren Alonſo kannte, der ihn in ſo verſchiedenen Lagen ſeines Lebens beobachtet hatte, ihn der ſchwaͤrzeſten Schandthat faͤhig halten konnte. Er fuhr indeß weiter fort:Ihr koͤnnt euch leicht meinen und un⸗ ſerer aller Schmerz vorſtellen, da wir alle mit Alon⸗ ſo und ſeiner ihn zaͤrtlichliebenden Schweſter in ei⸗ nem ſo vertrauten Umgange gelebt haben. Was mich betrifft, ſo haben die einzelnen Umſtaͤnde, die ich ſo eben vernommen, mein Gemuͤth tief verwun⸗ det und betruͤbt; indeß der, welcher ſeinen geliebten Zoͤgling von Religion und Vaterland ſich losſagen ſieht, muß ſich zum Lohne alle die Enttaͤuſchungen ge⸗ fallen laſſen, womit die Vorſehung ſeine alten Tage