Teil eines Werkes 
Fünfter Band (1825)
Entstehung
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bebt. Wir waren durch die Verleumbungen unſe⸗ rer Gegner gezwungen, beſtaͤndig mit ihnen in Dar⸗ legung eines patriotiſchen Eifers zu wetteifern, und es gab wenige Mitglieder des Kongreſſes, die nicht ohne Bedenken einen Freund oder Verwandten auf⸗ geopfert haben wuͤrden, ſobald ſie in Gefahr kamen, nicht laͤnger mehr fuͤr einen feurigen Gegner der fran⸗ zöſiſchen Herrſchaft zu gelten. Ich zitterte daher, als ich erfuhr, daß man ſchon den folgenden Tag die Cortes um die Vollmacht erſuchen wuͤrde, die gan⸗ ze Unterſuchung der Juſtizbehoͤrde zu bergeben · Voll ungeduld, die Geſinnungen zu erfahren, die eine ganze Parthei bei dieſer wichtigen Verhand⸗ lung an den Tag legen wuͤrde, begab ich mich zu Sor Maria de los Dolores. Die ehrwuͤrdige Mut⸗ ter praͤſidirte in einem der heftigſten Klubs der Moͤnchsparthei. Ich traf indeß damals niemanden weiter bei ihr als Fray Cayetano, Jaime und den Erzbiſchof, die mit ihr am Spieltiſche ſaßen und in ein ſehr lebhaftes Geſpraͤch begriffen waren. So wie ſie mich erblickten, brachen ſie die Unterhaltung ab und nahmen die Karten wieder vor. Alle waren im Geſicht gluͤhendroth, nur Don Iſidro nicht, den keine Gemuthsbewegung zu erſchuͤttern im Stande war. Ich verſuchte das Geſpraͤch wieder anzu⸗ knuͤpfen, da meine Bemuͤhungen indeß fruchtlos wa⸗ ren, ſo fragte ich den Praͤlaten geradezu, ob er die Beſchuldigungen, die man gegen Alonſo erhoben, ſchon erfahren habe. Wer ſollte dieſe nicht ſchon erfahren haben? ſiel meine Tante mir ins Wort,