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ſchrieben. Die Graͤfin meldete darin meinem Freun⸗ de, daß er dem Ueberbringer ein unbedingtes Ver⸗ trauen ſchenken koͤnne, und daß ſie dieſem zum ſichern Ausweis den Ring mitgegeben, den ſie einſt bei dem Vorfall zu Salamanca ihrem jungen Beſchuͤtzer ge⸗ ſchenkt habe. Dieſer koſtbare Ring fand ſich auch wieliſch am Finger Fortunato's.
Bei der Nachricht von dieſer Entbeckung erin⸗ nerte man ſich, daß den Tag zuvor die Mutter mei⸗ nes Freundes in dem Hafen gelandet war, daß ſie jenſeits der Pyrenaͤen geboren ſei, daß einer ihrer Soͤhne am Hofe des Thronanmaßers glaͤnze, daß dieſer Verraͤther damals gerade Andaluſien durch⸗ ſtreifte, und daß ſie ſelber uͤber Gibraltar von den Ufern des Guadalquivir herkomme. Sie ward ſo⸗ fort ins Gefaͤngniß gefuͤhrt, und daſelbſt von Juſtiz⸗ perſonen uͤber folgende Punkte gefragt:„Seid ihr eine Franzoͤſin?“—„Ja,“ erwiederte die Ungluck⸗ liche mit Anſtand,„aber ich bin auch die Gattin ei⸗ nes kaſtilianiſchen Offiziers, der vor acht Tagen um der Sache Spaniens und der Bourbons willen von den Franzoſen erſchoſſen wurde.“—„Ihr ſeid ferner die Mutter eines Afranceſado?“—„Jaß aber ich bin auch die Mutter Don Alonſo's und der Heldin von Saragoſſa.“
Die Liberalen waren daruͤber beſtrt. Dieſe Anklagen, wie lägenhaft ſie auch immer ſein mochten, konnten doch ſehr leicht das Volk gegen die Sache der Staatsverbeſſerer ſtimmen. Es giebt Zeiten, wo jedermann vor einem gewiſſen Verdacht zuruͤck⸗


