Teil eines Werkes 
Fünfter Band (1825)
Entstehung
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ſie im Kongreß wie im Publikum auf das kraͤftigſte unterſtutzt werden wuͤrden.

Ich brauche euch nicht erſt weiter aus einander zu ſetzen, wie es kam, daß am Morgen des 2. Mai zwei Tageblaͤtter, die ſonſt die beiden aͤußerſten End⸗ punkte von entgegengeſetzten Meinungen bildeten, naͤmlich das von Fray Cayetano und das vom Com⸗ thur geleitete, auf einmal anzeigten, daß die Ruhe des Publikums durch Geruͤchte von Verraͤtherei ge⸗ ſtort wuͤrde. Jeder dachte beim Leſen, daß dieſe unheimlichen Geruͤchte, die noch nicht bis zu ſeinen Ohren gelangt waren, offenbar die ganze uͤbrige Stadt ſchon erfuͤllt haben muͤßten, und ſo war denn die Stadt ſehr bald von dem neuen Argwohn uͤber⸗ zeu gt und gepeinigt.

Waͤhrend der feierlichen Zeremonie ward ein Menſch verhaftet, der ſich durch das Landthor nach Cadix einzuſchleichen ſuchte. Man entdeckte Briefe, unter dem Kragen ſeines Mantels eingenaͤht, die er der Aufmerkſamkeit der Thorwache zu entziehen ſuchte. Er ſelber erklaͤrte, daß er Fortunato heiße, und vor⸗ mals Gerichtsdiener des hohen Raths von Kaſtilien geweſen ſei. Die Papiere, die er bei ſich hatte, wa⸗ ren an Don Alonſo adreſſirt, er geſtand indeß weder von welcher Hand, noch an welchem Orte er ſie er⸗ halten habe. Einer von dieſen Briefen, der von Cordova aus datirt war, war unterzeichnetFrah Pablo. Man fand darin den Plan einer zwiſchen beiden Bruͤdern eingeleiteten Verſchwoͤrung, der an⸗ dere war, wie es hieß, eigenhaͤndig von Matea ge⸗