7 Leibenſchaften und ihrer ſtrafbaren Wuth milbere Gefuͤhle und eine ſanfte Reue pflanzen wuͤrde.
Wir giengen traurig neben einander her. Als wir an der Schwelle des kloͤſterlichen Zufluchtsortes Maria's angekommen waren, nahm ich von ihnen Abſchied; ich bedurfte jezt mehr als je die Einſam⸗ keit bei alle den Gefuͤhlen, die das Herz eines Soh⸗ nes in dem Augenblicke beſtuͤrmen, wo er erfaͤhrt, daß der Urheber, der fruͤhſte Freund, der Fuͤhrer ſeines Lebens auf immer die Augen geſchloſſen hat. Es giebt keine ſchmerzliche Empfindung, die ſich nicht zulezt in dem Gefuͤhl einer ewigen Trennung verloͤre, und kann uͤberhaupt wohl ein Vater ſeinen Kindern einen anderen Eindruck hinterlaſſen, als den der Liebe und der Sehnſucht?
Ich ſchrieb ſogleich meinem Bruber, welches Ungluͤck uns betroffen. Ich meldete ihm, daß ich von dieſem Tage alle meine Einkuͤnfte— dbas einzige von der Verlaſſenſchaft meines Vaters, woruͤber ich frei verfuͤgen durfte— zur Haͤlfte mit ihm theilen wolle. Dieſe Einkuͤnfte waren indeß durch die un⸗ ermeßlichen Legate, die der verſtorbene Herzog den Kloͤſtern vermacht hatte, um die Haͤlfte vermindert, und einen Theil der uͤbrigen hatten die Glaͤubiger der Familie in Beſchlag genommen.
Indem ich nun ſo durch meinen Beſitz, ich meine durch meine Ohnmacht und durch meine Schulden eingeklemmt war, ſeufzte ich nach dem Augenblick, wo die Cortes ſo dreiſt ſein wuͤrden, dieſe ungereim⸗ ten Einrichtungen aufzuheben und mich aus einem


