Teil eines Werkes 
Fünfter Band (1825)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

bloßen Nutznießer zu einem wirklichen Beſitzer meiner Guͤter zu machen. Es iſt wirklich ſeltſam, daß man den Adel, um ihn zu ehren, in einer ewigen Minder⸗ jaͤhrigkeit erhaͤlt, und daß wir die einzigen ſind, die weder etwas verſchenken noch verkaufen duͤrfen. Wir ſind Leibeigene, die an die Scholle gebunden, deren Kleider aber an allen Naͤhten vergoldet ſind. um wie viel reicher wuͤrde ich nicht geworden ſein, wenn ich haͤtte den Verbindlichkeiten meiner Ahnen Genuͤge leiſten, mich von dem Joch des herkoͤmmli⸗ chen Brauches befreien und den arbeitſamen Acker⸗ bauern die Valdios*) meiner Familienguͤter ver⸗ kaufen koͤnnen! Um wie viel gluͤcklicher wuͤrde ich mich gefuͤhlt haben, wenn ich mit meinem Bruder meinen Rang und mein Sbibn haͤtte theilen koͤnnen!

Alonſo blieb n Zeit bei Maria und ſeiner Mutter. Endlich gieng er von ihnen hinweg. Es war ſchon ſpaͤt in der Nacht, und er hoͤrte auf ein⸗ mal raſche Fußtritte hinter ſich her kommen. Seit⸗ dem er und die Markiſin ſich in Cadix aufhielten, waren beide mehr als einmal ſchon vom Dolch be⸗ droht worden; er wickelte daher ſeine Hand aus dem Mantel, um im Nothfall nach ſeinem Degen greifen zu koͤnnen. Da rief auf einmal eine Stimme, deren Don ihm ganz unbekannt war, zu:Don Alonſo, jenes große Geheimniß, das euch die Gitana zu enthuͤllen verſprochen, wenn ihr es erfahren

*) Brachliegende Ländereien. N