Teil eines Werkes 
Vierter Band (1825)
Entstehung
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machte ihm aber zugleich die Bedingung, baß er mir die Langeweile der Nachtſtunden durch die Fortfetzung der Geſchichte ſeiner edeln Freunde verkuͤrzen moͤchte. Sehr gern, erwiederte er.Ihr habt Recht, wenn ihr denkt, daß Morpheus fuͤr mich keine Mohn⸗ koͤrner hat. Ihr ſehet, ich bin aufs hoͤchſte verliebt. Nachdem ich lange Zeit zu den Fuͤßen von⸗Frauen, die mir den Tag zuvor noch gleichguͤltig, und den Tag drauf voͤllig unausſtehlich waren, mich verliebt geſtellt habe, hat endlich ein Kind in meinem Herzen einen Brand entzuͤndet, der nicht mehr erloͤſchen kann; ſie iſt die Koͤnigin meines Schickſals, die Vorſehung meines Lebens, der Polarſtern meiner Gedanken.

Das ſchwuͤlſtige ſeiner orientaliſchen Bilder hin⸗ derte nicht, daß Don Carlos in ſeinem Tone ein tie⸗ fes und lebhaftes Gefuͤhl verrieth. Er fuhr mit ſei⸗ ner Hand uͤber ſeine Stirn, als wollte er da einen geheimen Kummer verſcheuchen, und nahm dann ſo⸗ gleich wieder ſeine vorige Heiterkeit an. Ich be⸗ ſchuldigte ihn, baß er ſich durch ſeine Aufmerkſam⸗ keit, die er dem ſchoͤnen Milchtonnenmaͤdchen erwie⸗ ſen, eben nicht ſeiner Herzensdame treu gezeigt habe, zugleich fragte ich ihn, wie er es denn mit jener alt⸗ beruͤhmten ſpaniſchen Treue halte, welche in den Ritterromanen ſo ſehr geprieſen werde, und die un⸗ moͤglich ganz verſchwunden ſein könne, da Fray Pa⸗ blo ihr ja ſein ganzes Ungluͤck verdanke.Die alte ſpaniſche Treue, erwiederte er,iſt ſo alt, daß ſie nicht mehr von dieſer Welt iſt. Die Liebe